03.04.2017

Ausbildung nach mehreren Anläufen

Pressekonferenz zur Jugendfördermaßnahme VEMIA

Im Auftrag des Jobcenters Vorderpfalz-Ludwigshafen führte das Dienstleistungszentrum Handwerk die 10. Jugendfördermaßnahme mit der Bezeichnung VEMIA (Vermittlung in Ausbildung und Arbeit) durch. Zur Vorstellung der Bilanz fand ein Pressegespräch mit Erfahrungsaustausch im Autohaus Klaus Scheller in Ludwigshafen-Oggersheim statt. Dies ist einer der Kooperationsbetriebe der den Teilnehmern des Projektes eine Ausbildungsperspektive eröffnet.

Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk vom Dienstleistungszentrum Handwerk stellte die Ergebnisse der Initiative, welche sich auf die Städte Frankenthal, Ludwigshafen, Speyer sowie den Rhein-Pfalz-Kreis erstreckt, dar. Der Auftrag des Jobcenters lautete 30 Prozent der zugewiesenen 176 Teilnehmer, somit 53 Personen, in Ausbildung oder sozialversicherungspflichtige Arbeit zu integrieren. Tatsächlich konnten 55 Ausbildungsverträge und 8 Arbeitsverträge abgeschlossen werden. Von diesen wurden 2 aufgelöst, sodass 61 erfolgreiche Integrationen und somit eine Erfolgsquote von 115% bilanziert werden konnte. Die Vermittlung erfolgte in 41 unterschiedliche Berufsgruppen, wobei das Eintrittsalter im Schnitt 19,6 Jahre betrug. Rainer Lunk betonte, dass in den 10 Jugendfördermaßnahmen seit dem Start im Jahre 2005, insgesamt 670 benachteiligte junge Menschen nachhaltig in das Berufsleben eingegliedert wurden.

Anja Hölscher, Geschäftsführerin des Jobcenters in Ludwigshafen, informierte über die Strategie zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum Handwerk, welche sich in den sehr guten Ergebnissen niederschlage.

Andreas Schwarz, Bürgermeister der Stadt Frankenthal, teilte mit, er habe sich bereits an die jährlichen guten Bilanzen des Dienstleistungszentrum Handwerks gewöhnt, empfinde sie jedoch keinesfalls als Selbstverständlichkeit.
Monika Kabs, Bürgermeisterin der Stadt Speyer, betonte dass es sich auch nach mehreren vergeblichen Anläufen für Jugendliche lohne, weiter um einen Ausbildungsplatz zu kämpfen.

Im Mittelpunkt des Treffens stMurat Idare mit den Teilnehmern des Erfahrungsaustauschesand Murat Idare aus Ludwigshafen. Der 20-Jährige fand über das Förderprojekt einen Ausbildungsplatz als Kfz-Mechatroniker im Autohaus Klaus Scheller. Sein Personalchef Volker Mayr und der Ausbilder Alexander Ochs bescheinigten dem jungen Mann, dass er in den nun 12 Monaten seiner Ausbildung sehr engagiert und lernwillig war, kurzum ein vorbildlicher Lehrling. Idare erzählte, dass er zunächst nach der Schule keine Vorstellung zur Berufswahl hatte. Auch habe er sich nicht um Ausbildungsplätze beworben, bis er vom Jobcenter in die Maßnahme des Dienstleistungszentrum Handwerks vermittelt wurde.  Dort sei er auf die Ausbildung vorbereitet worden und habe die Option im Autohaus Scheller erhalten, wofür er sehr dankbar ist.

Abteilungsleiter Christian Mohr und Dipl.-Sozialpädagoge Tino Steiger informierten über die gezielte Vorbereitung der Teilnehmer auf das Berufsleben mit Unterricht, Bewerbertrainings und Praktika.

Die Teilnehmer starten mit einem Erstgespräch zur Standortbestimmung. Hier werden die berufliche und private Situation erörtert und erste sogenannte Integrationshemmnisse lokalisiert, um diese schnellstmöglich aus dem Weg zu räumen. Des Weiteren nimmt jeder Jugendliche an einem Eingangstest teil, um schulische Stärken und Schwächen, Konzentrationsfähigkeit sowie kaufmännisches und technisches Wissen zu erfassen. An drei Tagen in der Woche werden die Teilnehmer durch Unterricht und verschiedene Seminare weiterqualifiziert. Einen großen Bestandteil der Präsenzzeit nimmt  das Bewerbungstraining ein, in dem die Teilnehmer beim gesamten Bewerbungsprozess, von der Stellenrecherche über ein Praktikum oder Probearbeit bis hin zur Einstellung, begleitet und unterstützt werden. Natürlich wird ebenso viel Zeit für die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Praktika investiert, um die Bewerber gut auf die meist ungewohnten Situationen vorzubereiten. Durch individuelles Coaching kann so eine gute Basis zwischen Pädagogen und Teilnehmern entstehen. Unterstützt durch das große Netzwerk des Dienstleistungszentrums Handwerk wird meist auch ein potentieller Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden. Sind sich Betrieb und zukünftiger Azubi einig, kümmert sich das Betreuer-Team auch um die schriftlichen Formalitäten.

Nach Abschluss des Ausbildungs- oder Arbeitsvertrages werden die Jugendlichen und ihre Arbeitgeber weitere 6 Monate zur Stabilisierung der Integration begleitet.

Inzwischen setzt das Dienstleistungszentrum Handwerk die 11. Maßnahme VEMIA für das Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen um.