15.07.2016

Fleischerhandwerk vor neuen Herausforderungen

Mitgliederversammlung des Fleischer-Verbandes Pfalz

Landesinnungsmeister Heinz-Werner SüssZur Mitgliederversammlung des Fleischer-Verbandes Pfalz konnte Landesinnungsmeister Süss die Delegierten aller angeschlossenen Innungen begrüßen und auch einige Ehrengäste. In seinem aktuellen Situationsbericht gab er Einblicke in die Arbeit des Deutschen Fleischer-Verbandes und sprach Problemthemen wie die Ampel, die Ferkelkastration und damit verbunden das Tierwohl an. Süss betonte, trotz vieler negativer Begleiterscheinungen, durch Skandale, für die nicht das Fleischerhandwerk sondern die Industrie die Verantwortung trage, blicke er positiv in die Zukunft. Die handwerklichen Fleischerbetriebe seien in der Regel als innovative Unternehmen aufgestellt, mit dem Focus auf Verbraucherinteressen und Kundenwünsche. Kreativität sei gefragt und auch der Mut neue Wege zu gehen. Anhand von Beispielen aus seinem Betrieb verdeutlichte Süss, wie mit speziellen Aktionen eine sehr gute Resonanz und damit auch wirtschaftlicher Erfolg erzielt werden kann. Getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ empfahl der Landesinnungsmeister den Fleischer-Fachgeschäften, eine offensive Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und sich dabei als regionaler Partner der Esskultur zu positionieren.

Hauptgeschäftsführer Rainer LunkHauptgeschäftsführer Rainer Lunk informierte, dass die juristische Beratung und Vertretung der Innungsmitglieder weiterhin an Bedeutung gewinnt. Trotz aller Deregulierungsversprechen der Politik wachse das Dickicht an Gesetzen,  Verordnungen und Vorschriften gerade in Nahrungsmittelsektor permanent und hemme die Unternehmen in ihrem Kerngeschäft. Lunk sprach auch das Modell seines Hauses zur Begleitung von Betriebsübergaben an, was sich allerdings bei Fleischereibetrieben schwierig gestalte, wenn die Unternehmensnachfolge nicht aus der eigenen Familie oder zumindest aus dem Mitarbeiterstaab  rekrutiert werden kann. Vorsicht sei geboten bei Medienanfragen zu Problemstellungen im Nahrungsmittelbereich, um nicht für Sensationsgehabe und negative Schlagzeilen missbraucht zu werden. Seit Beginn des Jahres 2016 führt das Dienstleistungszentrum Handwerk, in dem auch der Fleischer-Verband Pfalz betreut wird, 3 Projekte zur betrieblichen Integration von Flüchtlingen durch. Das Arbeits- und Sozialministerium von Rheinland-Pfalz hatte Rainer Lunk um die Erstellung der Konzepte für diese Maßnahmen gebeten. Lunk zog nach 6 Monaten eine positive Zwischenbilanz, da inzwischen etliche Flüchtlinge in Firmen, darunter auch Fleischerbetriebe, vermittelt werden konnten. Das Dienstleistungszentrum Handwerk regelt für die Unternehmen  Arbeitsvertragsgestaltungen, Zuschussanträge etc. und begleitet die  Arbeitsverhältnisse ein halbes Jahr. Die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten hat den bestehenden Lohn- und Gehaltstarifvertrag fristgerecht zum 31. Juli 2016 gekündigt. Rainer Lunk kündigte als Verhandlungsführer des Verbandes an, dass nur ein maßvoller, für die Fleischerfachgeschäfte tragbarer Abschluss in Frage kommt.
 
Starten wird der Fleischer-Verband in absehbarer Zeit eine Mitgliederbefragungsaktion zum Dienstleistungsangebot, von dem sich der Hauptgeschäftsführer wichtige Aufschlüsse für die zukünftige strategische Ausrichtung verspricht.

Stv. Hauptgeschäftsführer Jochen HeckStv. Hauptgeschäftsführer Jochen Heck berichtete aus der täglichen  Beratungspraxis. Insbesondere das Auslaufen der Übergangsfrist bei den Kassensystemen belaste die Betriebe. Hier verwies er insbesondere auf den nachfolgenden Vortrag von Hans Christian Blumenau vom Deutschen Fleischer-Verband.

Uwe Ester (Berufsbildung), Ferdinand Hess (Finanzen und Organisationen) und Volker Höfli (Lebensmittel und Qualitätsprüfung) informierten auch den  DFV-Fachbeiräten, wozu auch Landesinnungsmeister Heinz-Werner Süss einige Beiträge lieferte.

Über Änderungen im Arbeitsrecht referierte stellvertretender  Hauptgeschäftsführer Ass. jur. Jochen Heck mit Praxisbeispielen, die von den Veranstaltungsteilnehmern intensiv diskutiert wurden.

Betriebsberater Hans Christian Blumenau vom DFV ging in seinem Vortrag auf die aktuellen Anforderungen an Kassen- und Waagensysteme für Fleischereien ein. In diesem Bereich kommen enorme Herausforderungen auf die Betriebe zu.

Die Jahresrechnung des Jahres 2015 wurde einstimmig genehmigt.