05.06.2017

Frühjahrsmitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz im Seminarzentrum der VR Bank Rhein-Neckar in Ludwigshafen Maudach

Kreishandwerksmeister Hans Ziegle und Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk begrüßten zahlreiche Ehrenobermeister, Delegierte  der Innungen, Landesinnungsmeister der Fachverbände und Vorsitzende von angeschlossenen Organisationen zur Frühjahrsmitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz im Seminarzentrum der VR Bank Rhein-Neckar in Ludwigshafen in Maudach.

Hans Ziegle informierte die Delegierten der im Dienstleistungszentrum Handwerk betreuten Innungen über aktuelle Entwicklungen im Gebäudereinigerhandwerk und damit verbundene Zukunftsperspektiven der Branche.

Horst Walter, stellvertretender Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Vorderpfalz, ging auf die Überbetriebliche Ausbildung seiner Innung und damit verbundene Konflikte mit der Handwerkskammer der Pfalz ein.

Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk berichtete von der Gründung der Gütegemeinschaft Lebensgerechte Handwerksleistungen e. V. unter seiner Federführung im Haus des Handwerks.

Dr. Michael Düpmann, Vorstandsmitglied der VR Bank Rhein-Neckar eG verband das Grußwort im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung mit seinem späteren Vortrag zu aktuellen Entwicklungen in der Bankenlandschaft und betonte die gute Partnerschaft mit dem Handwerk. Kreishandwerksmeister Hans Ziegle dankte Dr. Düpmann für die seit vielen Jahren praktizierte Gastfreundschaft.

Stellvertretend für alle verstorbenen Kolleginnen und Kollegen nannte Kreishandwerksmeister Ziegle 3 langjährige Wegbegleiter des vorderpfälzischen Handwerks: Ulrich Gronau, Ludwigshafen, der sich als Vorstandsmitglied und Prüfer für die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Vorderpfalz große Verdienste erworben hat und darüber hinaus über 40 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Prüfungsausschuss leistete, Heinrich Hagenbucher, Ludwigshafen, der sich in zahlreichen Ehrenämtern, u. a. über viele Jahre auch im Glaserhandwerk, engagierte und Herbert Zahn, Ludwigshafen, über Jahrzehnte Vorstandsmitglied der Innung Sanitär-Heizung-Klempnertechnik Vorderpfalz und Prüfungsvorsitzender im SHK-Handwerk war. Der Kreishandwerksmeister bat um eine Gedenkminute.

Zu den aktuellen Zahlen im Berichtszeitraum 2016 informierte Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk. Diese Daten, Zahlen und Fakten sind der Übersicht auf der folgenden Seite zu entnehmen. Lunk bilanzierte ein aus betriebswirtschaftlicher Sicht gutes Geschäftsjahr 2016.
Über das Modellprojekt HandNetzWerk 4.0 zur Digitalisierung im Handwerk informierte Projektleiter Daniel Roth in seinem Vortrag: „Wir unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) dabei die Digitalisierung effektiv zu nutzen“.  Gemeinsam mit den Betriebsverantwortlichen werde hierzu eine individuelle Strategie entwickelt. Diese erfordere eine Analyse der Geschäftsprozesse, welche auch den „digitalen Reifegrad“ erfasse. Die Auswertung der Analysen ergebe eine Vorlage, welche es den Betriebsanalytikern ermögliche, konkrete Handlungsempfehlungen für das jeweilige Unternehmen zu erstellen. Als klassisches Beispiel für den Optimierungsbedarf vieler Firmen erweise sich die Nutzung des Internets, wo bestehende Möglichkeiten zu wenig berücksichtigt werden. Die neuen technologischen Errungenschaften, besonders im Softwarebereich, ermöglichten es den Handwerksbetrieben, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, indem sie Arbeitsschritte vernetzen. Die Büroarbeit werde entlastet und vor allem die Geschwindigkeit erhöht, mit der beispielsweise Angebote kalkuliert werden können. Dadurch gewinnen die KMU wertvolle Zeit und optimieren Ressourcen, die sie stattdessen gewinnbringend einsetzen können.

Referent Paul Böhme stellte in seinem Vortrag „Menschen mit Behinderung – wertvolle Potentiale für den Arbeitgeber“ eine Initiative des Jobcenters Vorderpfalz-Ludwigshafen vor. Er betonte, es gelte mit Vorurteilen gegen behinderte Menschen aufzuräumen. In vielen Fällen bedeute eine Behinderung Ausgrenzung aus dem Berufsleben, obwohl diese Menschen häufig gut qualifiziert sind und Motivation zur Integration mitbringen. 83 Prozent der vom Jobcenter betreuten Teilnehmer verfügten über einen qualifizierten Schulabschluss und 64 Prozent könnten eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen. Paul Böhme bot den Handwerksbetrieben individuelle Gespräche an, um auszuloten, ob für den Mitarbeiterbedarf Menschen mit Behinderung in Frage kommen. Für diese Integrationen gebe es spezielle Förderprogramme und umfangreiche finanzielle Unterstützungen.

Die Jahresrechnung 2016 der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz wurde offen einstimmig genehmigt.
Blick ins Publikum