15.08.2011

Im Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang van Vliet

Bürgermeister Wolfgang van Vliet

DLZ aktuell:
Herr van Vliet, zunächst möchten wir Ihnen nochmals herzlich zu Ihrem neuen Amt als Bürgermeister der Stadt Ludwigshafen am Rhein gratulieren.
Welche wesentlichen neuen Aufgaben haben Sie nun zu Ihrem weiterhin ausgeübten Amt als Sozialdezernent zu bewältigen?

Bürgermeister van Vliet:
Vielen Dank für die freundliche Gratulation. Neu hinzugekommen ist der Aufsichtsratsvorsitz der Ludwigshafener Kongress- und Marketinggesellschaft mbH (LUKOM) sowie der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitz der Sparkasse Vorderpfalz.

DLZ aktuell:
Die Stadt Ludwigshafen leidet enorm unter ihren Sozialausgaben, was drastisch den Haushalt beeinflusst.
Wo sehen Sie Ansätze, dem sozialen Anforderungsprofil gerecht zu werden und gleichzeitig Haushaltsentlastungen zu verwirklichen, die finanzielle Spielräume für weitere wichtige Aufgaben Ihrer Stadt ermöglichen?

Bürgermeister van Vliet:
Die Stadt Ludwigshafen leidet nicht nur unter den Sozialausgaben, sondern auch unter einem erheblichen Sanierungsstau in öffentlichen Gebäuden, wie z.B. Schulen und auch beim Straßenunterhalt, Stichwort Hochstraße. Wenn schon die Kommunalaufsicht uns in den Haushaltsgenehmigungen bestätigt, dass die Stadt Ludwigshafen aus eigener Kraft das Haushaltsdefizit nicht bewältigen kann, so zeigt dies, dass Handlungsbedarf auch außerhalb der Stadt gegeben ist. Der Kommunale Entschuldungsfonds, also die Beteiligung des Landes und des Kommunalen Finanzausgleichs zum Abbau eines großen Teils der Altschulden kann da ein erster und richtiger Schritt sein, aber um die Leistungsfähigkeit der Oberzentren zu erhalten müssen diese auch finanziell ausreichend ausgestattet werden.

DLZ aktuell:
Was sind die Prioritäten in Ihrem Verantwortungsbereich für die Stadt Ludwigshafen in den nächsten Jahren?

Bürgermeister van Vliet:
Die nach wie vor hohe Quote der Arbeitslosigkeit in Ludwigshafen, insbesondere der Dauer- und Jugendarbeitslosigkeit bereitet mir große Sorgen, hier sind gemeinsame Anstrengungen weiterhin und wie ich meine verstärkt nötig. Ich bin übrigens dem Dienstleistungszentrum Handwerk für sein Engagement zu diesem Problem sehr, sehr dankbar.
Große Sorge bereitet mir die durch steigende Fallzahlen und kompliziertere Krankheitsbilder explosionsartig steigenden Kosten der Eingliederungshilfe für Behinderte. Auch diese Last können die Städte nicht mehr dauerhaft alleine tragen.
Hohe Priorität hat für mich auch der Stadtmarketing-Prozess, nach außen zu zeigen, dass man in Ludwigshafen sehr gut und auch anspruchsvoll wohnen kann. Wir müssen wesentlich mehr Menschen, die in Ludwigshafen arbeiten die Möglichkeit geben in Ludwigshafen zu wohnen, schon allein weil wir die Einkommenssteuer brauchen. Die „Marke“ Ludwigshafen in jeder Hinsicht positiv zu besetzen, sei dies was Gewerbeansiedlungen, Handel, Sport, Kultur, aber auch den sozialen Frieden und die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund angeht ist eine Aufgabe, der ich mich gerne weiterhin widmen möchte.

DLZ aktuell:
Lassen Ihre vielfältigen Aufgaben eine Fortsetzung der noch jungen Sportkarriere zu? Oder konkret gefragt: Wann laufen Sie den nächsten Marathon?

Bürgermeister van Vliet:
Ich bin mir nicht sicher, ob ein Marathon für einen Freizeitsportler, der dazu noch einen ausgesprochen stressigen Job hat wirklich eine gute, gesunde Idee ist. Ich bin bislang Halbmarathon, 10 km, die 8,8 km des Skiclubs und die 7,2 km des Stadtlaufs gelaufen, das werde ich, so es die Gesundheit zulässt, auch nächstes Jahr wieder tun.

DLZ aktuell:
Herr Bürgermeister, wir bedanken uns für dieses Gespräch.