03.06.2016

Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz

Kreishandwerksmeister Hans Ziegle begrüßte die Versammlungsteilnehmer der Frühjahresversammlung 2016 der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz bei der Sparkasse Vorderpfalz in Ludwigshafen. Vertreten waren die Delegierten der angeschlossenen Innungen sowie zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft.

Elke Rottmüller, Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorderpfalz sprach das Grußwort des Gastgebers und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.

Kreishandwerksmeister Hans Ziegle hielt eine viel Kreishandwerksmeister Hans Ziegle sprach über den Wandel im Handwerkbeachtete Rede zum Thema „Das Handwerk im Umbruch“. Er skizzierte hierbei aktuelle Problemfälle und Herausforderungen des Handwerks. Beispielhaft ging er hierbei auf die Punkte: Strukturen des Handwerks, Herausforderungen des demografischen Wandels, Globalisierung, Digitalisierung – Wirtschaft 4.0 und Deregulierung – Trend zur Liberalisierung ein.
Hierbei stellte Ziegle den demografischen Wandel als größtes aktuelles Problem der deutschen Wirtschaft heraus.

Über aktuelle Entwicklungen in ihren Branchen berichteten Obermeister Bernd Krüger für das Elektrohandwerk und Obermeister Volker Weismann für das Kraftfahrzeuggewerbe.

Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk mit erläuternden Worten zu seinem GeschäftsberichtHauptgeschäftsführer Rainer Lunk erläuterte die Zahlen und Informationen aus dem Geschäftsbericht 2015 des Dienstleistungszentrums Handwerk.

3.905 Unternehmen seien im letzten Jahr vom Haus des Handwerks betreut worden, was gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang ergebe. Weiterhin schmelze der Bestand an Bäcker- und Fleischerbetrieben pro Jahr um rund 5 %. Hauptgründe seien hierfür die Verkaufsstrategien von Discountern und Global Player, und außerdem die Schwierigkeit einen geeigneten Betriebsnachfolger zu finden. Auch in der Kraftfahrzeugbranche würden seit Jahren Konzentrationsprozesse, die von den Automobilkonzernen weiterhin befeuert werden, zu Reduzierungen der Betriebszahlen führen. Untern Strich sei die Entwicklung der Betriebszahlen jedoch nicht bedrohlich und man agiere weiterhin sprichwörtlich im grünen Bereich, so Lunk.

1.847 Termine habe die 6-köpfige Geschäftsleitung im vergangen Jahr wahrgenommen. Dabei machten 61 % und somit 1.132 dieser Termine Beratungsgespräche mit betreuten Betrieben und Geschäftspartner aus.

Hauptgeschäftsführer Lunk informierte, dass im Jahr 2015 von den 3 Juristen insgesamt 185 Arbeitsgerichtsvertretungen wahrgenommen wurden. Zielsetzung sei jedoch weiterhin, die angeschlossenen Unternehmen juristisch so zu beraten und zu betreuen, dass Gerichtsverhandlungen, wenn möglich, vermieden werden können.

Die Zahl der Prüflinge sei auch im letzten Jahr erneut rückläufig gewesen. Insgesamt wurden von der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz 53 Gesellen- und Zwischenprüfungen mit 812 Teilnehmern durchgeführt.

Lunk informierte, dass die Dienstleistungszentrum Handwerk GmbH bereits seit 1997 und somit im 19. Jahr, ununterbrochen Jugendfördermaßnahmen durchführe. In dieser Zeit seien weit über 1.100 junge Menschen ohne Ausbildungsperspektive in Lehrstelle oder sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt worden und hätten somit
eine Chance erhalten, ihr Leben selbst zu meistern. Stellvertretend für die Auftraggeber dankte Lunk vom Jobcenter Vorderpfalz Geschäftsführerin Anja Hölscher und Geschäftsführer operativ Jochen Semmler, welche sich auch unter den zahlreichen anwesenden Ehrengästen befanden, für das langjährige entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Von den angeschlossenen Betrieben werde nach wie vor in hohem Maße die Mahn- und Inkassostelle vom Dienstleistungszentrum Handwerk genutzt. So wurden im letzten Jahr 448 Fälle nicht gezahlter Handwerksleistungen mit Gesamtforderungen von 546.410,- EUR zu bearbeiten.

Die Initiative „Zukunftsoption Fachkraft“ sei im Jahr 2013 als Pilotprojekt in der Vorderpfalz gestartet, erläuterte Lunk. Auftraggeber sei das Ministerium für Soziales, Arbeit Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz unter Verwendung von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. Im Jahr 2014 schloss sich das Projekt dann für den Bereich Alzey-Worms an und im vergangen Jahr folgte der Zuschlag für Auftrag für die Südpfalz. Seit diesem Jahr wird das erfolgreiche Projekt im Donnersbergkreis, den Landkreisen Kaiserslautern und Bad Kreuznach sowie der Stadt Bad Kreuznach umgesetzt. Lunk erklärte, dass inzwischen bereits über 400 Unternehmen vom Mitarbeiterteam des Dienstleistungszentrums Handwerk zur erfolgreichen Bekämpfung des Fachkräftemangels beraten worden seien.

Die Bildungsakademie hatte auch im letzten Jahr wieder viele Fortbildungsangebote für die betreuten Betriebe. Insgesamt seien 44 Veranstaltungen mit insgesamt 888 Teilnehmern durchgeführt worden. Von den Teilnehmerzahlen nach wie vor Spitzenreiter sei das Arbeitsrechtsseminar gewesen, gefolgt von „Mitarbeitergespräch konstruktiv führen“ und „Stressbewältigung
- Burnout rechtzeitig erkennen“.

Lunk informierte, dass auch im letzten Jahr wieder neue Kooperationspartner hinzugewonnen werden konnten. Beispielhaft für die langjährige sehr gute Zusammenarbeit nannte er den Vertrag zum Strombezug mit allen Energielieferanten im Betreuungsgebiet, vertreten durch die Pfalzwerke. Hier laufe ein neuer Kontrakt seit Beginn des Jahres bis Ende 2019, zu deutlich abgesenkten finanziellen Konditionen.

Hauptgeschäftsführer Lunk bilanzierte das Jahr 2015 unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten als erfolgreichen Zeitraum.
Abschließend informierte Lunk noch über 2 Modellprojekte zur beruflichen Integration von Flüchtlingen, welche man seit Beginn des Jahres umsetze. Im ersten Projekt sei die Aufgabe, Betriebe im Handwerk, Handel und Dienstleistungsbereich über die Beschäftigung von Flüchtlingen zu informieren, mit der Zielsetzung Arbeits- und Ausbildungsplätze zu akquirieren. Das zweite Projekte erfolge in Kooperation mit dem Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen und beinhalte die Integration von Flüchtlingen in Betrieben aus dem Unternehmernetzwerk, die hierfür Interesse signalisiert hätten. Alle Flüchtlinge würden hierzu vorbereitet und anschließend 6 Monate in den Arbeits-und Ausbildungsverhältnissen begleitet werden.

Der Start in beide Projekte sei gut verlaufen und Hauptgeschäftsführer Lunk zeigte sich optimistisch, alle Vorgaben im Sinne der Auftraggeber bewältigen zu können.

Dr. Frank Eierdanz, Institut für Technologie und Arbeit e.V., stellte das seit Beginn des Jahres 2016 gemeinsam mit der Dienstleistungszentrum Handwerk GmbH umgesetzte Projekt „Benchmarking im Handwerk“ vor.

Die Jahresrechnung 2015 der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz wurde offen einstimmig genehmigt.
Ehrengäste und Delegierte der Mitgliederversammlung