Pilotprojekt „POINT“ erfolgreich
Neue Jugendfördermaßnahme in Kusel mit Rekordergebnis
Um auch benachteiligten Schulabgängern eine Berufsperspektive zu bieten, beauftragte das Jobcenter Landkreis Kusel die Dienstleistungszentrum Handwerk GmbH zur Erstellung einer entsprechenden Konzeption. Erich Königstein, Geschäftsführer des Jobcenters, und seine beiden Mitstreiter Steffen Buschauer und Peter Denzer hatten klare Vorstellungen. Als Zielgruppe wurden Teilnehmer definiert, die aufgrund unterschiedlichster Hemmnisse kurzfristig keine Perspektive haben in Ausbildung oder sozialversicherungspflichtige Arbeit integriert zu werden. Aus diesem Ansatz entstand das Konzept zur Jugendfördermaßnahme „POINT“, die als Pilotprojekt seit September 2010 vom Dienstleistungszentrum Handwerk, mit Hauptsitz in Ludwigshafen, in der Außenstelle Kusel umgesetzt wird. „POINT“ steht für Profiling – Orientierung – Integration – Nachhaltigkeit und Transparenz. Die vom Jobcenter Landkreis Kusel vorgeschlagenen Teilnehmer werden zunächst einem Profiling unterzogen um festzustellen, wo diese jungen Menschen abgeholt werden müssen. Aufgrund der hierbei gewonnenen Erkenntnisse wird unter der Prämisse „Hilfe zur Selbsthilfe“ ein individueller Förderplan erstellt. Die jungen Männer und Frauen, im Alter bis 25 Jahre, erhalten Unterricht in 2 Klassen als modulare Lernwerkstatt, darüber hinaus persönliche Fördereinheiten und sozialpädagogische Betreuung. Hiermit sollen bestehende Bildungs- und soziale Defizite gemindert, Schlüsselqualifikationen gefördert und berufsfachliche Orientierungen vermittelt werden. Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes sind auch praktische Erprobungen in Betrieben aus dem Netzwerk des Dienstleistungszentrums Handwerk. Bei diesen Qualifizierungs- und Orientierungspraktika werden die speziellen Interessen und Neigungen der Teilnehmer, aber auch ihre Chancen und Perspektiven in bestimmten Berufsgruppen, ausgelotet. Zeichnet sich eine realistische berufliche Option ab, wird gezielt mit dem Teilnehmer auf seine Integration hingearbeitet. Auf diesem Weg geschlossene Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse werden zur Stabilisierung 6 Monate intensiv von den Mitarbeitern des Dienstleistungszentrums Handwerk begleitet. Die Teilnehmer und deren Betriebe haben hierbei Ansprechpartner bei allen auftretenden Problemstellungen. Der individuelle Förderunterricht für die jungen Menschen wird in diesem Zeitraum fortgesetzt und analog den beruflichen Anforderungen gestaltet. Nun legte Rainer Lunk, Hauptgeschäftsführer des Dienstleistungszentrums Handwerk, bei einem Pressegespräch die Ergebnisse nach 12 Monaten Laufzeit dieses Pilotprojektes „POINT“ anhand einer detaillierten Statistik vor. Das Jobcenter Landkreis Kusel hatte für diese Fördermaßnahme 56 unversorgte junge Menschen vorgeschlagen. Von dieser absolvierten 51 Teilnehmer den Eingangstest. Aufgrund von 50 Vorstellungsgesprächen in Betrieben im Handwerk, Handel und Dienstleistungsbereich konnten 35 Teilnehmer in eine betriebliche Erprobung vermittelt werden. In 20 Fällen erfolgte ein vorzeitiger Abbruch durch den Jugendlichen bzw. den Betrieb. 15 Teilnehmer haben das Betriebspraktikum vollständig absolviert und erhielten anschließend ihre berufliche Perspektive. Hierbei handelt es sich um 4 männliche und 11 weibliche Bewerber, die im Schnitt annähernd 20 Jahre alt waren. 9 Jugendliche konnten als Auszubildende in 7 Berufsgruppen vermittelt werden. 5 Jugendliche wurden in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse und 1 Teilnehmer in das berufliche Einstiegsqualifizierungsjahr integriert. Die 15 jungen Frauen und Männer wurden in 12 Berufsgruppen vermittelt. Kein einziger Teilnehmer hat bisher diese Integration abgebrochen, was für eine Jugendfördermaßnahme einmalig sein dürfte. Aufgrund der vom Auftraggeber, dem Jobcenter Landkreis Kusel, definierten Zielvorgaben zur Integration, wurde bisher eine Erfolgsquote von 214 % erzielt, was landesweit für Jugendfördermaßnahmen einmalig ist. Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk dankte dem Jobcenter Landkreis Kusel für die hervorragende Zusammenarbeit, welche dieses Ergebnis ermöglichte. Rainer Lunk betonte, Jobcenter-Geschäftsführer Erich Königstein habe den Mut bewiesen, einen konzeptionell neuen Weg zur beruflichen Integration benachteiligter Jugendlicher zu gehen und dabei eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Er dankte dem stv. Geschäftsführer Steffen Buschauer und dem Bildungskoordinator Peter Denzer vom Jobcenter für die konstruktive Begleitung dieses Projektes und seinen Mitarbeitern Kerstin Hasenfratz sowie Matthias Schmalenberger für die professionelle Umsetzung vor Ort. Inzwischen wurde die Jugendfördermaßnahme „POINT“ mit Zustimmung des Jobcenters Landkreis Kusel auch von anderen Jobcentern in der Pfalz zur Umsetzung durch das Dienstleistungszentrum Handwerk übernommen.
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